Legasthenie bei Erwachsenen – Infos, Tipps & Übungen

Wenn von Legasthenie oder Lese-Rechtschreib-Schwäche die Rede ist, dann denken viele Menschen an Lernschwierigkeiten bei Kindern oder Jugendlichen, die sich im Laufe der Zeit vielleicht verwachsen. Das ist jedoch ein Irrtum. Ohne Behandlung bleibt die Legasthenie ein Leben lang bestehen.

Eine Therapie ist jedoch jederzeit möglich und erfolgversprechend.

Wie erkennt man eine Legasthenie bei Erwachsenen?

Eine Legasthenie bei Erwachsenen zu erkennen ist nicht einfach. Das hat unterschiedliche Gründe. Rechtschreibung scheint weniger wichtig zu sein als früher.

Das beginnt schon in der Schule, wo die Deutschnote nur zu einem geringen Teil von der korrekten Rechtschreibung abhängt. Dadurch wird eine Legasthenie im Kindesalter oft nicht entdeckt.

Auch die Autokorrekturfunktion von Handys, Tablets und Computern hilft, eine Legasthenie zu verheimlichen beziehungsweise erschwert es anderen, diese zu erkennen.

Je mehr Zeit bis zur Diagnose vergeht, desto besser entwickeln sich Vermeidungsstrategien, womit die Symptome verschleiert werden. Die Betroffenen vermeiden es, zu lesen oder zu schreiben.

Sie verlassen sich weitgehend auf ihre Erinnerung oder fragen andere, statt benötigte Informationen nachzuschlagen und sie schreiben keine Notizen, wenn sich dies irgendwie vermeiden lässt.

Auf Symptome achten

Die Symptome einer Legasthenie bei Erwachsenen sind vielfältig, manche sind für andere Menschen erkennbar, andere bemerkt nur der Betroffene, eventuell auch noch enge Bezugspersonen.

Häufige und deutliche Symptome:

  • stockendes Lesen und/oder Vorlesen
  • auffällig viele Rechtschreibfehler
  • Schwierigkeiten, den Sinn einer Redewendung oder eines selbst gelesenen Textes zu verstehen

Welche Auswirkungen hat Legasthenie bei Erwachsenen?

Wird eine Legasthenie bei Erwachsenen nicht ernst genommen und behandelt, dann kann dies verheerende Folgen für die Gesundheit haben.

Unter mangelndem Selbstvertrauen und Minderwertigkeitskomplexen leiden die Betroffenen oft schon als Kinder oder Jugendliche. Daraus können sich leicht depressive Verstimmungen und/oder verschiedene Suchterkrankungen entwickeln.

Häufig ist auch das Sozialverhalten gestört. Bekommen die Betroffenen keine Hilfe, dann können sich diese Störungen verfestigen und zu hartnäckigen Persönlichkeitsstörungen führen. So weit muss es aber gar nicht kommen.

Wie kann man Legasthenie bei Erwachsenen behandeln?

Allein ist die Legasthenie kaum in den Griff zu bekommen, aber mit der richtigen Therapie und geeigneten Übungen ist ein guter Erfolg zu erzielen.

Ein Therapeut kann helfen, Leistungs- und Versagensängste abzubauen. Konzentrations- und Entspannungsübungen stärken das Selbstbewusstsein und helfen, weniger Fehler zu machen.

Daneben ist aber auch das Symptomtraining ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Regelmäßige Schreib- und Leseübungen sind unerlässlich. Die Groß- und Kleinschreibung sollte ebenso geübt werden, wie flüssiges Lesen von erst einfachen, später aber auch schwierigeren Texten. Die Schwerpunkte sollten dort gesetzt werden, wo der größte Handlungsbedarf besteht.

Spezielle Übungen

Es gibt viele Möglichkeiten zum Üben, zum Beispiel Online- oder Computerprogramme speziell für Legastheniker. Bei unserem Spezialtraining erhalten Sie zusätzlich Arbeitsblätter, Tipps und Tricks für Legasthenie. Dabei unterscheiden sich Legasthenie Übungen für Erwachsene in ihrer Art nur wenig von denen für Kinder.

Spezialtraining Legasthenie

Wichtig ist aber immer wieder das Arbeiten mit Stift und Papier. Memory-Spiele mit Wörtern oder Sätzen statt Bildern machen der ganzen Familie Spaß, dadurch wird der Lerneffekt noch vergrößert.

Tipp: Auch wenn es schwierig ist, es ist unerlässlich immer wieder zu üben. Schreiben Sie Ihren Einkaufszettel wieder mit der Hand. Hier hilft keine Autokorrektur, aber Übung macht den Meister.

Gibt es Tipps & Tricks im Umgang mit legasthenen Erwachsenen?

Ein Erwachsener mit Legasthenie ist nicht dumm oder unklug, eher das Gegenteil ist der Fall. Viele Legastheniker sind überdurchschnittlich intelligent, lieben ihre Unabhängigkeit und sind sehr empathisch. Eine genetische Disposition für die Legasthenie ist naheliegend, ebenso aber auch neurologische Besonderheiten.

Daher brauchen Betroffene Verständnis und Geduld. Das Drängen zu einer Therapie ist oft kontraproduktiv. Zuerst muss der Betroffene die Legasthenie akzeptieren und wirklich Hilfe haben wollen. Ein stabiles soziales Umfeld und familiäre Unterstützung fördern den Erfolg einer Therapie.

Fazit Legasthenie bei Erwachsenen

Auch bei Erwachsenen ist eine Legasthenie behandelbar. Je eher eine Therapie oder Behandlung beginnt, desto eher stellen sich Erfolge ein und negative Auswirkungen der Legasthenie können verhindert oder zumindest gemildert werden. Wichtig für den Erfolg sind eine korrekte Diagnose und die Bereitschaft des Betroffenen, Hilfe von außen anzunehmen.


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